Ihr lieben – hier noch in schriftlicher Form die Geschichte, die ich am Sonntag vorgelesen habe…:
Søren Kierkegaard (1813-1855), der berühmte dänische Philosoph und überzeugter Christ, erzählt einmal die Geschichte vom »heruntergekommenen Gott«… (Frei wiedergegeben).
»Ein König verliebte sich in ein Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen ohne adeligen Stammbaum und ohne Bildung. Sie wohnte in einer armseligen Hütte und lebte als Bäuerin. Aber der König verliebte sich in diese Frau, wie es Könige eben manchmal tun. Und er konnte nicht aufhören, sie zu lieben. Aber dann machte sich im Herzen des Königs eine Sorge breit: wie konnte er dieser Frau seine Liebe offenbaren? Wie konnte er die Kluft zwischen ihnen überbrücken?
Seine Ratgeber sagten ihm natürlich, er solle ihr einfach befehlen, seine Frau zu werden. Denn er war ein Mann, der alle Macht dazu besaß – jeder fürchtete seinen Zorn, alle Nachbarländer zitterten vor ihm, jeder am Hof warf sich nieder vor der Stimme des Königs. Die Frau wäre ihm ewige Dankbarkeit schuldig gewesen. Er hätte ihr befehlen können, in seinen Palast zu kommen, aber Macht kann keine Liebe erzwingen. Er könnte sich ihren Gehorsam sichern, aber erzwungene Unterwerfung war nicht, was er wollte. Er sehnte sich nach Vertrautheit und Liebe. Alle Macht der Welt kann die Tür eines Herzens nicht aufschließen. Sie muss von innen geöffnet werden.
Der König könnte die Frau auch in den Adel erheben, sie mit Geschenken überschütten, in Purpur und Seide kleiden, sogar zur Königin krönen lassen. Wenn er sie in seinen Palast bringen, die Sonne seiner Macht über ihr erstrahlen ließe; wenn sie seinen Reichtum, seine Macht und Größe sähe, wäre sie wahrscheinlich überwältigt. Wie könnte er dann aber jemals wissen, ob sie ihn wirklich liebte, um seiner selbst willen oder nur um all dessen willen, was er hatte und ihr gab? Wäre sie in der Lage, genug Vertrauen aufzubringen, um das zu vergessen, was der König zu vergessen wünschte, nämlich dass er König war und sie ein armes Bauernmädchen? Es gab nur eine Alternative, wie er sein Ziel erreichen konnte. Der König verließ seinen Thron, setzte seine Krone ab, legte sein Zepter weg und zog seinen Purpurmantel aus. Er wurde selbst zum Bauern. Er nahm nicht nur die äußere Gestalt eines Bauern an, sondern sein ganzes Leben, sein Wesen, seine Last.
Er wurde so armselig wie die Frau, die er liebte, damit sie sich mit ihm für immer verbinden konnte. Es war die einzige Möglichkeit. Doch würde das Mädchen ihn so haben wollen?«
Die Katastrophe vom 11. September hat Tausenden das Leben gekostet. Firmen haben geschätzte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verloren, Frauen ihre Ehemänner, Familien ihre Väter. Die Bilder der beiden stolzen Türme, aus denen nun Menschen verzweifelt in den Tod springen – und die schliesslich einstürzen und alles unter sich begraben, haben sich der ganzen Welt eingeprägt.
Und Millionen haben sich gefragt: Was hat Gott mit dieser Katastrophe zu tun?
Ich habe in der Predigt vom 11. September 2011 versucht, wenigstens ansatzweise eine Antwort zu geben. Einer meiner liebsten Theologen – Greg Boyd – hat zur selben Frage einen Artikel verfasst. Chris Foremann hat ihn übersetzt (danke, Chris!), und ich will ihn euch nicht vorenthalten…
Antwort auf die Angriffe vom 11. September
Von Greg Boyd, übersetzt von Chris Foreman.
Hat Gott uns bestraft?
Seit den Angriffen auf das World Trade Center und das Pentagon am 11. September stellen viele Menschen die Frage: »Warum hat Gott das zugelassen?« Einige christliche Pastoren meinten, dies sei Gottes Strafe für den moralischen Tiefstand unserer Nation. Ein sehr bekannter Evangelist sagte, Gott wolle uns damit wachrütteln und unsere Nation wieder mit Gott versöhnen.
Sicherlich gewinnt Amerika für seine Moral keine Auszeichnungen. Und es stimmt auch, dass Gott im alten Testament Nationen für ihre Ungerechtigkeit bestraft hat, wenn ihre Schuld ein bestimmtes Mass erreicht hatte (z.B. 1. Mose 15,16). Aber gibt es irgendeinen Hinweis darauf, dass Gott das gleiche durch die Terrorangriffe am 11. September beabsichtigte? Warum Amerika? Sind nicht andere Nationen moralisch gesehen noch schlimmer und würden eine Bestrafung deshalb »noch mehr verdienen«? Und gibt es nicht sogar deutliche Anzeichen dafür, dass Amerika sich in bestimmten ethischen Fragen wieder in eine konservativere Richtung bewegt?
Die Vorstellung, dass Gott uns mit dem 11. September wachrütteln wollte, wirft noch weitere Fragen auf. Würde Gott eine solche Strafe auf uns bringen und dabei erwarten, dass die Mehrheit der Amerikaner den Sinn dahinter versteht? Was nützt ein Weckruf, wenn diejenigen die es betrifft nicht verstehen, dass es ein Weckruf sein soll? Und wenn jemand schlicht annimmt, dass Gott Amerika mit den Anschlägen für seine Sünde gerecht bestrafen will, dann stellt sich die Frage, was denn Jesu Tod überhaupt erreicht hat. Ist Gott immer noch dabei, Menschen für ihre Sünden zu bestrafen? Und wie wurden die 3000 Menschen ausgesucht, welche durch die Anschläge ihr Leben verloren haben? Waren sie schlimmere Sünder als wir? Und darüber hinaus: Was ist mit den Afghanen, die im darauffolgenden Krieg starben? Wenn Gott uns durch ihre Terroristen bestrafte, dann bestraft Gott nun Afghanistan durch unseren Gegenschlag?
Andere christliche Pastoren geben nicht vor, Gottes Plan zu verstehen, aber sie bestehen trotzdem darauf, dass Gott für die Anschläge seine Gründe gehabt haben muss. Irgendwie passt dieser Angriff in seinen grossen, göttlichen Plan. Sie insistieren, dass nichts passieren kann ausserhalb Gottes souveräner Kontrolle. Und so muss Gott die Angriffe zugelassen oder gar geplant haben um etwas Gutes daraus hervor zu bringen.
Die Reaktion von Jesus
Jesus hatte eine komplett andere Einstellung gegenüber schrecklichen Ereignissen, wie wir sie mit den Terroranschlägen erlebt haben. Als eine Gruppe Galiläer durch Pilatus ermordet wurden, fragte Jesus die Menschenmenge: »Denkt ihr jetzt, diese Galiläer seien schlimmere Sünder gewesen als ihre Landsleute, weil sie so grausam ermordet wurden? Ihr irrt euch! Wenn ihr euch nicht zu Gott hinwendet, dann werdet ihr genauso umkommen« (Lukas 13,1-3). Und als ein Turm umstürzte und achtzehn Menschen unter sich begrub, fragte Jesus weiter: »Glaubt ihr wirklich, dass ihre Schuld größer war als die aller anderen Leute in Jerusalem? Nein! Wenn ihr nicht zu Gott umkehrt, wird es euch ebenso ergehen« (Lukas 13-4-5). Jesus sagt uns hier, dass wir nicht versuchen sollen, Gottes Hand in schrecklichen Ereignissen zu erkennen, sondern uns besser mit unserer eigenen Beziehung zum Vater beschäftigen.
Diese Einstellung charakterisiert das gesamte Handeln Jesu. Er verbrachte seinen Dienst damit, sich nach Menschen auszustrecken, welche auf verschiedene Weisen einer gefallenen, zerbrochenen Welt zum Opfer gefallen waren: Die Minderheiten, die Unterdrückten, die Tauben, die Stummen, die Blinden, die Verkrüppelten, die Besessenen. Und Jesus hat nie auch nur angedeutet, dass ihr Leid die Strafe für ihre Sünde ist. Tatsächlich ist Jesus kein einziges Mal davon ausgegangen, dass ihr Leid auf irgend eine Weise in einen göttlichen Plan passt. Im Gegenteil: Jesus setzt offensichtlich voraus, dass das Leid Gottes Willen entgegengesetzt ist, und er drückt Gottes Willen darin aus, dass er gegen das Leid vorgeht. Oft identifiziert Jesus die ultimative Ursache dieser Leiden explizit als das Werk Satans oder seiner dämonischen Helfer (Lukas 11,14; 13,11-16; Markus 9,25; Apostelgeschichte 10,38; 1. Johannes 3,8).
Es gibt eine Begebenheit in den Evangelien, welche dieser Sicht zu widersprechen scheint. Darin treffen Jesus und seine Jünger auf einen blinden Mann. Seine Jünger fragen ihren Meister: »wer ist schuld daran, dass dieser Mann blind ist? Hat er selbst Schuld auf sich geladen oder seine Eltern?« In den meisten Übersetzungen antwortet Jesus darauf: »Weder er ist schuld noch seine Eltern. Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird« (Johannes 9,1-3). Diese Antwort wird als Beweis gesehen, dass Blindheit genauso ein Resultat göttlichen Wirkens ist wie die Heilung der Blindheit. Nur: Die Worte »Er ist blind, damit…« sind so nicht im ursprünglichen griechischen Text zu finden. Der griechische Text sagt lediglich: »Lass die Werke Gottes offenbar werden an ihm«. Jesus zeigt dann, was es bedeutet, Gottes Willen zu tun – indem er den Mann heilt (Johannes 9,4-7). Weit davon entfernt zu behaupten, dass Gott diese Blindheit verursacht hat (als Strafe oder aus einem anderen Grund) macht Jesus einmal mehr deutlich, dass wir Gott nicht hinter dem Unglück suchen sollen – egal ob wir von Blindheit, politisch begründeten Morden oder fallenden Türmen sprechen.
Die richtige Frage
Aus der Perspektive von Jesu Dienst – jener Perspektive, an der Christen ihr eigenes Denken prüfen sollten – stellen wir die falsche Frage, wenn wir wissen wollen: »Warum hat Gott dieses oder jenes Unglück zugelassen?« Stattdessen sollten wir wie Jesus fragen: »Wie können wir zusammen mit Gott diese schreckliche Situation verbessern?«
Gott steht genauso wenig hinter den Angriffen vom 11. September, wie er hinter Pilatus Taten stand und ihm erlaubt hätte, die Galiläer zu ermorden – oder zugelassen hätte, dass Menschen durch fallende Türme umkamen. In einer Welt bewohnt von Menschen und Engeln mit freiem Willen, von denen sich viele von Gott abgewendet haben, geschehen Dinge, die Gott nicht will. Und wenn solche Dinge geschehen, müssen wir das »Warum« in diesen freien Wesen lokalisieren, nicht in Gottes Absichten.
Aber Gott lässt es dabei nicht beruhen. Er hat einen Plan, wie er diese Ereignisse verwenden kann, nachdem sie eingetroffen sind. Gott wird durch Ereignisse nicht überfordert. In seiner unendlichen Intelligenz und Weisheit ist er vorbereitet auf alle möglichen Szenarien der Geschichte – inklusive Katastrophen wie der 11. September. Wenn Tragödien, die nicht in seinem Willen entsprechen, doch geschehen, so hält er einen Plan bereit, um seine guten Absichten in dieser Welt zu verfolgen. Und normalerweise involviert dieser Plan Menschen. Er will, dass wir beten, lieben, Mitleid zeigen, uns aufopfern und alles in unserer Macht stehende tun um das sinnlose Leiden zu lindern, das durch Tragödien wie jene des 11. September entsteht – und wie diejenige, die viele unschuldige Afghanen jetzt erleben.
Doch wir werden Gottes Stimme nicht hören, die uns aufruft auf solche Tragödien zu reagieren, wenn wir fälschlicherweise Gottes Willen hinter den Ereignissen suchen und darauf fixiert bleiben.
Ihr Lieben – endlich mal wieder ein BLOG-Beitrag von mir, nachdem mir ungefähr 16’305 Leute auf die Füsse getreten sind weil ich schon seit Weihnachten nichts mehr gepostet habe…
Aber das hat mir wenigstens gezeigt, dass es Leute gab, die meinen Blog lesen…;-) Hier also einige Impressionen vom Mitarbeiter-Ausflug diese Woche mit unserem unersetzlichen Office-Staff…
Und hier dann noch die Gesichter zweier Pastoren in Extremsituationen… auf dem Blue Fire Megacoaster. Zum Glück habe ich die beiden Burger erst danach gegessen…
Ihr lieben – im Rückblick auf die Christmas Celebration in Bad Säckingen und in Vorfreude auf dieses Wochenende (Christmas Celebrations in Sissach und Basel) will ich euch zwei Eindrücke nicht vorenthalten:
Der erste: Eine Aufnahme der Leute in dem schönen Kursaal – etwa 200 Menschen haben am 11. Dezember die Geschichte von Weihnachten gehört…
Und jetzt noch ein Highlight aus den Vorbereitungen – und ein weiterer Grund, warum es sich lohnt, in der Kirche mitzuschaffen:
Zur Zwischenverpflegung haben uns die Bad Säckinger Freunde nichts weniger als eine ganze Schweinshaxe zum selber abschneiden aufgetischt…
Fast wie bei Asterix und Obelix…;-) Rechts vom Fleisch sieht ihr die Schneideanleitung – für die Baselstädter…
Mit dem Sonntag am 12. Dezember haben wir unsere Serie “fearless” abgeschlossen – aber das Thema ist damit nicht vom Tisch!
Atemberaubende Stories verschiedener Personen der Bibel haben uns Feuer unter dem Hintern gemacht und uns ermutigt, das Leben nicht mit der Fernbedienung in der Hand auf dem Sofa zu verbringen…
Zum Schluss haben wir das Leben von Jesus angeschaut – der Inbegriff eines Menschen, der unerschrocken den Widerständen und Gefahren seines Lebens ins Angesicht gesehen hat. Und der für uns den Weg bis zum Schluss gegangen ist.
David hat den Riesen Goliath besiegt, Jonathan hat es mit einer Kompanie Philister aufgenommen, Gideon hat eine Armee mit 300 Mann in die Flucht geschlagen - aber Jesus hat sich mit dem Tod selbst angelegt. Und er hat ihn besiegt!
Die Message dazu findet ihr hier unten im Videoformat (auf meinem Sofa Zuhause… aber ohne Fernbedienung!;-) – oder als Message im Textformat. Dann findest du auch heraus, was mit dem Bild oben nicht stimmt…
Bleibt gefährlich, Leute!
Gestern haben wir mit vielen unserer Volunteers zusammen einen unvergesslichen Abend erlebt.
Wir haben unsere vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter gefeiert: Ihr macht uns so stolz! Danke, dass wir Gottes Vision von Kirche miteinander träumen und mit gemeinsamem Einsatz voranbringen können! You rock!
Wir haben Martin und Michael geehrt für ihren langjährigen Einsatz im ICF Basel – ihr habt diese Kirche geprägt und in unzähligen Leben einen Unterschied gemacht: danke für alles!
Und: Wir haben zusammen gegessen, auf die Zukunft angestossen, das “Sheila she loves you”-Konzert genossen, geredet und gelacht bis Mitternacht:
Das ist Kirche!
Einige Eindrücke davon auf den folgenden Bildern… (Viele der letzten Bilder sind übrigens beim XBox-360 spielen aufgenommen: macht enorm Spass und sieht enorm doof aus;-)
An der vergangenen Volunteers Night haben wir auch Martin, den Gründer und langjährigen Leiter von ICF Basel, offiziell geehrt und ihm für seinen enormen Einsatz für unsere Kirche gedankt. Martin wird im neuen Jahr beruflich eine neue Herausforderung annehmen – aber vergessen werden wir ihn sowieso nie: Er hat diese Kirche nachhaltig geprägt und im Leben vieler Menschen tiefe Spuren hinterlassen.
Im Folgenden meine “Abschiedsrede” für Martin. Martin, you changed my world!
Meine erste Begegnung
Schon in meiner ersten Begegnung mit Martin wurden zwei seiner herausragenden Eigenschaften unübersehbar. Ich bin mit meiner Frau Rahel zu diesem Zeitpunkt erst drei, viermal im ICF-Gottesdienst gewesen – und nun haben wir mit Martin ein Treffen vereinbart, um über die Vision von ICF zu reden. Wir sassen in seinem Büro (damals frisch auf dem Wolf im Dreispitz) – nervös wie verrückt. Der Leiter von ICF Basel war bereit, mit uns zu sprechen – und ich war im letzten Jahr meiner theologischen Ausbildung. Nicht nur ermutigende Gemeindeerfahrungen lagen hinter uns, die Frage unserem Platz nach dem Studium vor uns. Insgeheim wünschten wir uns, einmal im ICF arbeiten zu können. Schon die ersten Begegnungen mit ICF haben uns spontan begeistert – die Gottesdienste haben uns sehr inspiriert, und die unreligiöse, lebensnahe Art der Leute war für uns erfrischend und heilsam.
Leidenschaft für die Kirche
Martin hat mit einer Überzeugung und Leidenschaft von Gottes Vision für die Kirche gesprochen, die mir bisher unbekannt war. Kirche war für mich lange Zeit eher eine notwendige (oder sogar peinliche) Begleiterscheinung des Glaubens, aber nichts, wofür man sich zu sehr begeistern lässt. Und hier sass nun einer, der seine erfolgsverwöhnte Karriere abgebrochen, sein Auto und Mobiliar verkauft und seine Heimatstadt verlassen hatte, um – anfangs unentgeldlich und dann für das Gehalt eines McDonaldmitarbeiters – eine Kirche zu leiten. Und das mit voller Überzeugung! Ich kann nicht genug betonen, wie ausschlaggebend Martins Vision für eine lebendige Kirche für mein eigenes Verständnis von Kirche und für meine persönliche Berufung war. Das Feuer, das heute in mir brennt für ein ICF in Basel, das Gottes Leben ausstrahlt und in dem Menschen für immer verändert werden, wurde ganz wesentlich von Martin entzündet. Das ist die erste Eigenheit, die Martin bis heute auszeichnet: Eine ungebrochene Überzeugung, dass Gott die lokale Kirche zur Hoffnung für diese Welt berufen hat – und dass es nichts Besseres gibt, als sich in Gottes Kirche zu investieren.
Das Potenzial entdecken
Eine zweite Eigenschaft von Martin hat sich ebenfalls schnell gezeigt: Martin sieht das Potential, das Gott in Menschen hineingelegt hat, wie niemand sonst den ich kenne. Nicht nur mir, sondern vielen anderen ist es schon in der ersten Begegnung mit Martin passiert, dass er weit über die Gegenwart hinausgeblickt und einen für Dinge ermutigt hat, die man sich selbst nie zutrauen würde. „Du bist ein Leiter, Manuel“, hat er mir immer wieder zugesprochen – auch wenn ich das selbst überhaupt nicht gesehen habe. Und er hat mir strategisch Aufgaben gegeben, in denen ich als Leiter herausgefordert war und dazulernen konnte. Durch meine vielen Fehler und Eigensinnigkeiten hindurch hat Martin an mich geglaubt. Und wenn es etwas gibt, was Martin glücklich macht, dann ist es, zu sehen wie Gottes Potential in Menschen zum Vorschein kommt. Regelmässig habe ich ihn nach Begegnungen mit Menschen im ICF völlig begeistert angetroffen: „Das ist eine geniale Person – der müssen wir eine Plattform geben, um ihre Gaben zu entdecken und ihr Potential zu entfalten!“ (Nur dass meine Frau einmal predigen wird im ICF hat sich noch nicht bewahrheitet – aber auch die besten Propheten liegen mal daneben…;-).
Sport…
In den folgenden Jahren der Mitarbeit unter Martins Leitung habe ich natürlich noch ganz andere Eigenheiten von Martin kennen gelernt. Noch nie habe ich bei einem Menschen eine derart grundsätzliche Sportleidenschaft erlebt. Martin kennt die weltweite Topten-Liste von Sportarten, von denen ich nicht einmal wusste, dass es sie gibt. Wenn im Office der Kopierer einen Papierstau anzeigte, nachdem er 200 Seiten nonstop gedruckt hatte, dann konnte man ziemlich sicher sein, dass Martin wieder einmal sämtliche Sportresultate dieses Planeten ausgedruckt hat. Und wenn Martins Augenringe am Morgen zuweilen grossen Halbmonden glichen, dann nicht, weil er bis in die Nacht hinein gezecht hätte, sondern vielmehr, weil er morgens um 03.45 oder so den Wecker gestellt hat, um im Amerikanischen Fernsehen die Meisterschaften irgendeiner exotischen Sportart nicht zu verpassen. Umgekehrt konnte Martin auf unseren Ferien in den USA beim Chillen an einem malerischen See völlig unerwartet aufspringen und Tausende Kilometer von der Heimat entfernt ausrufen: „Ja! Jaaa! Jaaaaa! Der FCB hat gewonnen!“
Was nun Martins eigene sportliche Bestrebungen betrifft, so muss man ein zwiespältiges Bild zeichnen: Einerseits habe ich schon auf der ersten Retreat der Office-Mitarbeiter gemerkt, dass er in allen Disziplinen von Fussball über Federball bis zu Tischtennis oder Kegeln ein für alle anderen frustrierendes Naturtalent mitbringt. Wahrscheinlich hat er sogar im Mikado noch den schwarzen Gürtel. Andererseits treibt ihn sein ausgeprägter Ehrgeiz und Siegeswille immer wieder zu riskanten sportlichen Vorhaben, welche ihm schon verschiedene Verletzungen beschert haben. Legendär ist das Hantelunglück: Beim Fitness wollte Martin offensichtlich über sich selbst hinauswachsen und hat sich beim liegenden Hantelstemmen 70 Kilo Gewicht auf die Stange gepackt. Das ging gut, bis Martin beim Versuch, völlig erschöpft die Hanteln zurück in die Halterung zu hängen, dieselbe verfehlte – und eine Stange vom Gewicht eines ausgewachsenen Mannes auf seiner Unterlippe spürte. Das stolze Foto seiner Verletzung mit cervelatdick aufgeschwollener Lippe wird uns immer in Erinnerung bleiben…
Respect!
In einer schwierigen Zeit in der Geschichte von ICF Basel, die Martin viel Kraft kostete und an den Rand der Erschöpfung brachte, zeigte sich immer deutlicher, dass Martin ohne einen längeren Abstand von der Aufgabe als Hauptleiter der Gemeinde nicht wieder zu Kräften kommt. Als ich dann seine Aufgabe im 2007 für voraussichtlich ein Jahr übernahm, unterstützte er mich in jeder Hinsicht vorbildlich. Keiner der Berater und Coaches, die wir in dieser Zeit des Umbruchs in Anspruch nahmen, hat daran geglaubt, dass der Rollentausch zwischen Senior Pastor und Co-Pastor gelingen kann – viele haben uns ausdrücklich von diesem Experiment abgeraten. Wir wagten es trotzdem, und nach einem Jahr erfolgreicher Zusammenarbeit in neuer Konstellation entschieden wir uns, die „Sitzverteilung“ im ICF Basel so zu belassen. Was ich in den folgenden Jahren an Hilfe, Ermutigung und Loyalität von Martin erlebt habe, hat alles überstiegen, was man von einem Mitarbeiter erwarten kann. Martin ist mit einer Konsequenz in die zweite Reihe getreten und hat mich zugleich mit einer Vorbehaltlosigkeit gestützt in meiner Aufgabe, dass ich ihm nur meinen uneingeschränkten Respekt ausdrücken kann. Auch hinter Entscheidungen, von denen ich wusste, dass er sie anders getroffen hätte, hat er sich voll gestellt und mich weiterhin ermutigt, meinen Weg als Leiter zu gehen. Man sagt, dass ein Mensch erst unter Druck und Schwierigkeiten seinen wahren Charakter offenbart. Ohne Martin verklären oder heiligsprechen zu wollen (wir haben auch unsere Meinungsverschiedenheiten ausgefochten, Missverständnisse erlebt und Eitelkeiten gepflegt…), kann ich sagen: In der vielleicht schwierigsten Phase seines Lebens hat er eine Leidenschaft für die Kirche bewiesen und eine Bereitschaft gezeigt, die Vision des Reiches Gottes über seine Einfluss oder Ruhm zu stellen, die seinesgleichen sucht.
Martin ist vieles – ein hervorragender Leiter, ein begeisterter Pionier, ein leidenschaftlicher Sportler, ein demütiger Kämpfer und vieles mehr. Für mich ist er in den letzten Jahren aber vor allem und über allem anderen eines geworden – und ich weiss, dass er das auch über seine Zeit im ICF Basel hinaus bleiben wird:
Ein Freund fürs Leben.
Ihr Lieben – eine wichtige Ansage, die ich gestern Abend in der Predigt vor lauter Begeisterung vergessen habe:
Diese Woche findet je ein Vision-Meeting für die Christmas-Celebration in Sissach und in Bad Säckingen statt!
Unterstütze unseren Vorstoss in neue Gebiete mit deinem eigenen Einsatz! Wenn du dich Ende Jahr an etwas Gewaltiges zurückerinnern willst, dann komm an folgende Meetings für die Christmas-Celebrations (besonders wenn du in diesen Regionen wohnst – da gibt es gar keine Ausrede mehr…):
Für Bad Säckingen: Treffen diesen Dienstag 16. November um 19.30 Uhr – bei Familie Märtz, St. Florian Weg 11, Rippolingen (gleich neben Bad Säckingen auf dem Hügel)!
Für Sissach: Treffen diesen Donnerstag 18. November um 19.00 Uhr – im Niklaus Huus, Kirchstrasse 12, Lausen (neben der reformierten Kirche)!
Werde Teil von dem, was Gott in unserer Region tun will… Wir sehen uns!










